Wissenschafts-Dokus zur Psychologie aus TV und Radio

Heilende Drogen vom 07.01.2023, ARTE

LSD und Psilocybin aus „Magic Mushrooms“ sind Drogen, strikt verbotene Substanzen. Und doch könnte es sein, dass sie bald als Medikamente zugelassen werden – gegen Depressionen und Süchte. Nach ihrer Entdeckung durch die Hippiebewegung verschwanden die Substanzen aus der Forschung. Aber inzwischen untersuchen Wissenschaftler:innen auf der ganzen Welt deren Heilungspotenzial.

Verbotene Substanzen wie LSD und Psilocybin aus den „Magic Mushrooms“ gelten als vielversprechende, aber auch höchst umstrittene Ansätze bei der Behandlung von Depressionen und Süchten. Die ARTE-Wissenschaftsdokumentation widmet sich gleich mehreren Studien zum Heilungspotenzial, die weltweit angelaufen sind. Eine der größten, mit mehr als 140 Patientinnen und Patienten, wird zurzeit an der Charité in Berlin und dem Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim durchgeführt.

Bei Depressionen wird verzweifelt nach neuen Behandlungsformen gesucht, denn mehr als einem Drittel der erkrankten Menschen kann weder mit Antidepressiva noch mit gängigen Therapien geholfen werden, sie sind therapieresistent. Psychedelika sind dafür bekannt, Abwehrmechanismen der Psyche zu reduzieren und können so als Türöffner zu tief verborgenen Traumata fungieren, einen Zugang zu verdrängten Gefühlen ermöglichen und damit einen Heilungsprozess anstoßen. Das ist zumindest der Ansatz des Psychiaters Peter Gasser in der Schweiz, der seit 2014 mit einer Ausnahmeregelung Psychedelika verabreichen darf. An der Universität Amiens wiederum untersucht ein Team von Forschenden Therapiemöglichkeiten bei Alkoholabhängigkeit.

Aufgrund noch nicht vollends erforschter Risiken und Nebenwirkungen der Substanzen bleibt ihr Einsatz zu therapeutischen Zwecken in der Medizin hochgradig kontrovers. Die Ergebnisse der laufenden Studien jedenfalls werden mit Spannung erwartet.

Bist du psychopathisch? vom 16.10.2022, ARTE

Wir kennen sie vor allem als Serienmörder aus Hollywoodfilmen – Psychopathen. Doch nur die wenigsten von ihnen morden tatsächlich, die meisten leben mitten unter uns.

Ein bis zwei Prozent der Bevölkerung gelten als psychopathisch. Ist das gefährlich? Und woran erkennen wir sie überhaupt?

Ted Bundy wirkte nach außen charmant und einnehmend. In Wirklichkeit entführte und tötete er viele junge Frauen in den USA. Bundy war ein Psychopath. Wir glauben, dass Menschen wie er Einzelfälle sind. Dabei kennt fast jeder einen Menschen mit psychopathischen Eigenschaften. Denn ein bis zwei Prozent der Bevölkerung gelten als psychopathisch. Doch die wenigsten werden zu Serienmördern. Wie können wir die gefährlichen von den ungefährlichen Psychopathen unterscheiden und uns schützen? Die amerikanische Psychologin Abigail Marsh wuchs in der Nähe von Ted Bundys Elternhaus auf und erforscht inzwischen, warum aus auffälligen Jugendlichen in einigen Fällen Psychopathen werden und aus anderen nicht. Psychopathie ist eine komplexe Persönlichkeitsstörung, über deren Ursachen die Forscher bisher wenig wissen. Immerhin hilft die Psychopathie-Checkliste, sie zu identifizieren. Der amerikanische Neurowissenschaftler James Fallon fertigte in den 1980er-Jahren Hirnscans von psychopathischen Straftätern an und stellte bald ein Muster fest: Ihre Hirnstruktur verrät sie. Und was ist mit denen, die nie straffällig werden? Martin Rettenberger, Kriminologe aus Wiesbaden, beschäftigt sich mit den sogenannten „erfolgreichen“ Psychopathen, die normal leben.

Eine davon ist die amerikanische Anwältin M. E. Thomas, die nach ihrer Diagnose als Psychopathin eine Therapie machte und seitdem ein stabiles soziales und berufliches Leben führt.

PSYCHO. Ich: Angst vom 21.11.2020, ARTE

In dieser Folge wird’s persönlich. Es geht um Angst, und was sie mit uns macht. Dabei betrachtet die Sendung das Phänomen nicht aus wissenschaftlicher Distanz, sondern alle Protagonisten sprechen persönlich über ihre Erfahrungen.

„Psycho“ begleitet einen Angstpatienten aus Kiel, erlebt eine Hypnose-Therapie in Marseille und spricht mit einer deutschen Angsttherapeutin.

PSYCHO. Ich: Begehrend vom 21.11.2020, ARTE

Der Zustand des Verliebt-Seins verändert unser Leben dramatisch. Werden unsere Gefühle erwidert, schweben wir, erfahren wir Ablehnung, wird unsere Welt schwarz. Die Verliebtheit kann uns vom Broken-Heart-Syndrom bis zu Depressionen alles einbrocken. Die Sendung zeigt die Hochs und Tiefs und begleitet ein glücklich verliebtes Pärchen ebenso wie einen vor Liebeskummer Kranken.

PSYCHO. Ich: Resilient vom 21.11.2020, ARTE

Ein Leben ohne Schicksalsschlag gibt es nicht. Krankheit, Unfälle und der Tod treffen jeden Menschen irgendwann einmal. Wie wir aber mit solchen Katastrophen weiterleben, ist bei jeder und jedem einzelnen anders. Entscheidend ist, wie resilient wir sind. Darunter versteht die Psychologie die Fähigkeit, mit extremen Belastungen fertig zu werden, ohne seelisch zu erkranken.

Das ist es, was resiliente Menschen ausmacht: Sie finden einen Weg das Leid in ihr Leben zu integrieren. Das beobachtet Pierre Gagnepain aus Frankreich. Der Erinnerungsforscher und Neurowissenschaftler beschäftigt sich mit Überlebenden von Attentaten. Ihm ist klar: Resilienz ist ein dynamischer Prozess.

Es ist die Fähigkeit, traumatische Ereignisse ins eigene Erinnern zu integrieren, sich anzupassen und auch nach dem Ereignis weiterzumachen.